Warum ist diese Website entstanden? Der Bau eines eigenen Hauses ist für viele Menschen eines der größten Projekte ihres Lebens – finanziell, organisatorisch und emotional. Auch für mich war der Hausbau mit großen Erwartungen verbunden: Vorfreude, Vertrauen in professionelle Abläufe und die Hoffnung auf eine verlässliche Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Hausbaufirma.
Dieser Blogartikel ist ein detaillierter Erfahrungsbericht über mein Bauvorhaben und die Zusammenarbeit mit einer Hausbaufirma, die ich hier bewusst namentlich nennen werde. Ziel dieses Beitrags ist es nicht, zu diffamieren oder Emotionen abzuladen, sondern meine persönlichen Erfahrungen transparent, chronologisch und möglichst sachlich darzustellen – so, wie ich sie selbst erlebt habe und wie sie dokumentiert sind.
Im Laufe des Projekts kam es zu zahlreichen Problemen, Missverständnissen, Verzögerungen und Situationen, die aus meiner Sicht vermeidbar gewesen wären. Viele Entscheidungen hätte ich mit dem heutigen Wissen anders getroffen. Genau aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, diesen Bericht zu veröffentlichen:
um anderen Bauinteressierten einen realistischen Einblick zu geben, mögliche Risiken aufzuzeigen und dabei zu helfen, ähnliche Fehler zu vermeiden und womöglich die Wahl der Hausbaufirma zu überdenken.
Der Artikel ist bewusst in einzelne Phasen des Hausbaus gegliedert – von den ersten Beratungsgesprächen über Vertragsabschluss, Planung und Bauausführung bis hin zu Abnahme und Nachbesserungen. Jede Phase beschreibt konkrete Erlebnisse, Beobachtungen und – wo sinnvoll – Auszüge aus der Kommunikation, selbstverständlich anonymisiert und sachlich eingeordnet.
Dieser Bericht stellt meine persönliche Erfahrung dar und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass viele der geschilderten Punkte für zukünftige Bauherren relevant sind. Wer aktuell selbst vor der Entscheidung steht, mit einer Hausbaufirma zu bauen, sollte wissen, worauf man achten sollte – nicht nur in Hochglanzbroschüren, sondern auch aus Sicht eines tatsächlichen Kunden. Natürlich lässt sich dieser Erfahrungsbericht auch auf andere Baufirmen übertragen.
Ich hätte mir einen solchen Erfahrungsbericht zu Beginn meines Projekts selbst gewünscht. Dieser Artikel ist mein Versuch, genau das nachzuholen.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – Hermann Hesse (1941)
Dieser Blog soll sich wie ein Buch lesen lassen. Was wird im Folgenden thematisiert?
- Einleitung & Ziel des Erfahrungsberichtes
- Erste Kontaktaufnahme & Vorgespräche
- Vertragsphase & Vertragsunterzeichnung
- Planungs- & Genehmigungsphase
- Vorbereiten der Baustelle
- Bodenplatte
- Errichtung des Hauses – Rohbau
- Innenausbau & Haustechnik
- Kommunikation & Projektmanagement
- Bauschlichtungsverfahren vor Gericht
- Bauabnahme
- Fazit
1. Einleitung & Ziel des Erfahrungsberichtes
Der Bau eines eigenen Hauses ist für viele Menschen eines der ambitioniertesten Vorhaben ihres Lebens – finanziell, organisatorisch und nicht zuletzt emotional. Auch für mich stellte der Entschluss, ein Fertighaus in Holzrahmenbauweise im Landkreis Diepholz zu realisieren, ein Projekt von erheblicher Tragweite dar. Die Planungsphase begann im Dezember 2023, getragen von Optimismus, Vertrauen in professionelle Strukturen und der Erwartung, mit einem erfahrenen Anbieter einen verlässlichen Partner an meiner Seite zu haben. Es handelte sich um mein erstes Bauprojekt. Wir wolllten Geld sparen, also stand für uns immer im Vordergrund, dass wir auch einige Leistungen selber vergeben wollen oder sogar in Eigenregie durchführen werden.
Rückblickend muss ich feststellen, dass sich diese Erwartungen in wesentlichen Punkten nicht erfüllt haben. Der vorliegende Erfahrungsbericht ist das Resultat eines Bauprozesses, der zwar formell abgeschlossen ist, jedoch von einer Vielzahl an Problemen, Unstimmigkeiten, Verzögerungen und strukturellen Defiziten begleitet wurde. Viele dieser Aspekte hätten – aus heutiger Sicht – durch transparente Kommunikation, saubere Planung und professionelles Projektmanagement vermieden werden können.
Ziel dieses Blogartikels ist es, meine Erfahrungen chronologisch, nachvollziehbar und faktenbasiert zu dokumentieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine emotionale Abrechnung oder polemische Kritik, sondern um eine sachliche Rekonstruktion der einzelnen Phasen des Bauprojekts – von den ersten Vorgesprächen über Vertragsunterzeichnung, Planung, Bauausführung bis hin zur Abnahme. Die Darstellung basiert auf persönlichen Erlebnissen, eigener Dokumentation sowie auf der tatsächlichen Kommunikation mit der Hausbaufirma.
Ein zentrales Anliegen dieses Berichts ist es, andere Bauinteressierte zu warnen und zu sensibilisieren. Der Markt rund um Fertighäuser ist geprägt von Hochglanzbroschüren, Verkaufsrhetorik und vollmundigen Versprechen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig erst im Verlauf des Projekts, wie belastbar diese Versprechen tatsächlich sind. Viele Risiken werden im Vorfeld nicht ausreichend thematisiert, Verantwortlichkeiten bleiben unklar, und Probleme werden erst dann sichtbar, wenn vertragliche Bindungen bereits bestehen.
Darüber hinaus dient dieser Artikel auch der eigenen Aufarbeitung. Ein Bauprojekt dieser Größenordnung hinterlässt Spuren – nicht nur finanziell, sondern auch mental. Die systematische Dokumentation hilft, die eigenen Erfahrungen zu ordnen, Muster zu erkennen und Entwicklungen im Nachhinein einzuordnen, die während des laufenden Projekts oft nur fragmentarisch wahrgenommen werden.
Nicht zuletzt ist dieser Bericht auch als öffentliche Dokumentation für Betroffene gedacht: für Menschen, die sich in ähnlichen Situationen wiederfinden, die Zweifel haben, sich mit ihrem Eindruck allein fühlen oder auf der Suche nach Vergleichserfahrungen sind. Der Austausch über reale Bauverläufe ist aus meiner Sicht ein notwendiges Gegengewicht zur weitgehend marketinggetriebenen Außendarstellung vieler Anbieter.
Der Artikel ist bewusst klar, kritisch und stellenweise deutlich formuliert. Die geschilderten Inhalte entsprechen meiner persönlichen Wahrnehmung und dem Stand der mir vorliegenden Informationen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Ob daraus weitere rechtliche Schritte resultieren werden, ist aktuell offen. Unabhängig davon halte ich es für notwendig, diese Erfahrungen öffentlich zugänglich zu machen – nicht aus persönlicher Eitelkeit, sondern aus Verantwortung gegenüber all jenen, die ähnliche Entscheidungen treffen müssen und dabei auf verlässliche Informationen angewiesen sind.
Hier eine kurze Übersicht, welche Gewerke im Leistungsumfang von Poggenburg (von Poggenburg selbst oder Partnerfirmen durchgeführt) sind, welche separat vergeben wurden und welche in Eigenleistung durchgeführt werden:
| Gewerk | Poggenburg | Extern vergeben | Eigenleistung |
|---|---|---|---|
| Erdarbeiten | x | ||
| Bodenplatte | x | ||
| Rohbau | x | ||
| Maurer | x | ||
| Dachdecker | x | ||
| Fenster/Außentüren | x | ||
| Heizung/Sanitär/Lüftung | x | ||
| Trockenbau | x | ||
| Elektroinstallation | x | ||
| Photovoltaik | x | ||
| Fliesenarbeiten | x | x | |
| Malerarbeiten | x | x | |
| Bodenarbeiten | x | ||
| GaLaBau/Entwässerung | x |
Das geplante Bauvorhaben umfasste ein Fertighaus in Holzrahmenbauweise mit einer Wohnfläche von ca. 180 m². Das Gebäude sollte sich architektonisch durch einen Erker und zwei Satteldächer auszeichnen – eines über dem Haupthaus, eines über dem Anbau, der zugleich Carport und Technikraum/Werkstatt beherbergt.
Die Fassade ist mit Klinker verkleidet, wodurch ein klassisch-zeitloses Erscheinungsbild erzielt wird. Ergänzend war eine feststehende Holz-Terrassenüberdachung mit normalem Dach vorgesehen, die den Außenbereich funktional und optisch aufwertet. Das Haus vereint somit moderne Fertighaus-Elemente mit traditionellen Gestaltungselementen, wobei sowohl Wohnkomfort als auch praktische Nutzflächen im Anbau berücksichtigt wurden.
2. Einleitung & Ziel des Erfahrungsberichtes
Die ersten Gespräche mit dem Vertriebsmitarbeiter der Hausbaufirma gestalteten sich ausgesprochen positiv. Der Ansprechpartner trat freundlich, aufmerksam und kompetent auf, hörte sich alle unsere Wünsche geduldig an und vermittelte von Beginn an den Eindruck, dass er in der Lage sei, diese professionell umzusetzen. Ein spürbarer Druck zur schnellen Entscheidungsfindung wurde nicht ausgeübt, und sämtliche Fragen unsererseits wurden zufriedenstellend beantwortet. Für einen Erstkontakt schien das Unternehmen auf diesem Punkt einen seriösen und kundenorientierten Eindruck zu hinterlassen.
Auch das darauf folgende Angebot war klar strukturiert und nachvollziehbar. Positiv hervorzuheben ist, dass viele Positionen und Sonderwünsche konkret mit Preisen ausgewiesen wurden, sodass eine transparente Nachvollziehbarkeit bestand. Dies ermöglichte uns zudem, bestimmte Leistungen später gezielt herauszunehmen oder anzupassen. Für Gewerke, die wir in Eigenregie übernehmen wollten, bot die Firma entsprechende Gutschriften an. So wurden etwa für die Elektroinstallation 10.120 € und für die Fliesenarbeiten 11.320 € angerechnet.
Bei aller Transparenz traten jedoch bereits in diesem frühen Stadium erste Ungenauigkeiten zutage. In den Angeboten fanden sich wiederholt Fehler, etwa die falsche Anzahl an Jalousien oder unvollständig dargestellte Positionen. Eine genaue Prüfung war daher zwingend erforderlich, und Korrekturen mussten stets aktiv durch uns angestoßen werden. Auch die Gutschriften für Eigenleistungen geben Anlass zur kritischen Betrachtung: Der ursprünglich im Preis enthaltene Leistungsumfang der Gewerke war äußerst gering und, in technischer wie gestalterischer Hinsicht, veraltet. So waren im Standardangebot für die Elektroinstallation nur eine sehr begrenzte Anzahl an Steckdosen, Schaltern und Lampenauslässen enthalten; moderne Anforderungen, wie zusätzliche Spots oder Deckeneinbauten, waren nur gegen Aufpreis verfügbar. Bei den Fliesenarbeiten deckte der inkludierte Standard lediglich Formate ab, die heute als veraltet gelten.
Bis zu diesem Punkt, an dem wir uns mit dem Vertriebsmitarbeiter auf den Preis verständigt hatten, traten keine nennenswerten Probleme auf. Der positive Eindruck des Unternehmens schien bestätigt. Dennoch offenbarten die bereits erkennbaren Ungenauigkeiten im Angebot und der begrenzte Leistungsumfang erste Hinweise darauf, dass eine sorgfältige Kontrolle und kontinuierliche Nachprüfung während des gesamten Bauprozesses unabdingbar sein würde. Die eigentlichen Schwierigkeiten sollten jedoch erst im Anschluss an diese Phase beginnen – ein Umstand, der aus der Perspektive eines Bauherren im Nachhinein besonders deutlich wird.
3. Vertragsphase & Vertragsunterzeichnung
Die Vertragsunterlagen bestanden aus drei zentralen Bestandteilen: dem konkreten Angebot, der Bauleistungsbeschreibung (BLB) sowie dem Werkvertrag. Die BLB umfasste acht Seiten und orientierte sich in weiten Teilen an der generischen Version, die auch öffentlich auf der Website der Firma abrufbar ist, ergänzt um projektspezifische Details. Inhaltlich war sie übersichtlich und auf das Wesentliche beschränkt, allerdings auch in einer Weise formuliert, die viele technische und qualitative Aspekte nur sehr allgemein regelte. Der eigentliche Werkvertrag umfasste rund zehn Seiten und regelte insbesondere Zahlungsmodalitäten, Fristen sowie Rechte und Pflichten der Vertragsparteien.
Bereits bei der Durchsicht dieses Werkvertrags fiel auf, dass zahlreiche Formulierungen uneindeutig oder sehr offen gehalten waren. Insgesamt ist festzuhalten, dass der Vertrag in nahezu allen Punkten einseitig zugunsten der Firma ausgelegt ist. Für den Kunden ergeben sich keinerlei strukturelle Vorteile oder Schutzmechanismen über das gesetzliche Minimum hinaus. Sämtliche Versuche, einzelne Klauseln anzupassen oder kundenfreundlicher zu gestalten, wurden von Herrn Poggenburg Senior kategorisch abgelehnt. Änderungswünsche waren faktisch nicht verhandelbar.
Hinzu kam ein spürbarer zeitlicher Druck. Das Angebot war mit einem klaren Verfallsdatum versehen, und es wurde deutlich darauf gedrängt, den Vertrag zügig zu unterzeichnen, um die Konditionen zu sichern. Dieses Vorgehen erzeugte bereits eine gewisse Asymmetrie: Während der Kunde unter Entscheidungsdruck steht, behält sich die Firma maximale Flexibilität vor.
Der eigentliche Wendepunkt – und rückblickend der kritischste Moment des gesamten Bauprojekts – war jedoch der Tag der Vertragsunterzeichnung selbst. Anwesend waren der Vertriebsmitarbeiter, Herr Poggenburg Senior sowie Herr Poggenburg Junior. Obwohl der Preis bereits verhandelt, der Bauantrag für genau dieses Projekt gestellt und die Baufinanzierung genehmigt war, wurde uns vor Ort eröffnet, dass der vereinbarte Preis „zu günstig“ sei und wir plötzlich rund sieben Prozent mehr zahlen müssten, andernfalls würde das Haus nicht zu diesen Konditionen gebaut.
Die Gesprächsatmosphäre, insbesondere seitens Herrn Poggenburg Junior, war dabei ausgesprochen aggressiv und konfrontativ. Ich empfand die Situation als massiven psychischen Druck und in gewisser Weise als Erpressung: Zu diesem Zeitpunkt waren bereits sämtliche organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für den Bau geschaffen, ein Wechsel der Baufirma hätte erhebliche zeitliche, organisatorische und emotionale Konsequenzen gehabt. De facto standen wir vor der Wahl, entweder die neuen Bedingungen zu akzeptieren oder das gesamte Projekt in letzter Minute scheitern zu lassen.
Am Ende kam es zu einem Kompromiss, der aus heutiger Sicht hoch problematisch ist: Wir strichen zuvor mühsam verhandelte Zusatzleistungen wieder aus dem Vertrag, zahlten zusätzlich einen bestimmten Betrag, ohne dafür entsprechende Mehrleistungen zu erhalten, und wurden gleichzeitig stark dazu gedrängt, eine bestimmte Zahlungsvariante zu wählen. Diese zweite Zahlungsvariante sah vor, dass die Schlussrate bereits vor der Hausübergabe vollständig zu zahlen ist – also zu einem Zeitpunkt, an dem der Bauherr faktisch kein Druckmittel mehr besitzt. Ursprünglich wollte ich die alternative Zahlungsvariante wählen, bei der ein Teilbetrag bis nach Übergabe einbehalten wird. Herr Poggenburg Senior reagierte darauf auffällig misstrauisch und unterstellte mir sinngemäß, ich hätte vor, Rechnungen nicht ordnungsgemäß zu begleichen. Bemerkenswert ist dabei, dass er selbst mehrfach betonte, Hausbau sei eine „Vertrauenssache“ und man müsse einander vertrauen – ein Prinzip, das in der praktischen Vertragsgestaltung jedoch ausschließlich zugunsten der Firma interpretiert wurde.
Besonders kritisch erscheint mir rückblickend auch eine weitere Klausel: Im Rahmen der gewählten Zahlungsvariante verpflichtet sich die Firma formal zur Stellung einer Bürgschaft, die dem Zweck dienen soll, eventuelle Mängel auf Kosten dieser Bürgschaft beseitigen zu lassen, falls die Firma dazu nicht bereit oder in der Lage ist. Was mir jedoch erst im Nachhinein bewusst wurde: Diese Bürgschaft endet exakt in der Woche, in der laut Vertrag die Hausübergabe stattfinden sollte. Ein Bauvorhaben dieser Größenordnung innerhalb der ursprünglich angesetzten Zeit abzuschließen, ist jedoch realistisch betrachtet nahezu ausgeschlossen. Die Bürgschaft verliert damit faktisch ihre Schutzfunktion genau zu dem Zeitpunkt, an dem sie für den Bauherrn tatsächlich relevant würde.
Abgerundet wurde die Situation durch ein weiteres Detail, das ich hier nur nüchtern festhalten möchte: Uns wurde vor Ort nahegelegt, bestimmte Leistungen, die im Zuge der erneuten Preisverhandlung aus dem Vertrag gestrichen wurden, später „inoffiziell“ ausführen zu lassen. Unabhängig von der rechtlichen Bewertung dieses Vorschlags wirft allein diese Aussage ein bezeichnendes Licht auf das Geschäftsverständnis, das hier offenbar zugrunde liegt. Im Nachgang stellte sich heraus, dass Herr Poggenburg Junior für die „inoffizielle“ Leistung fast genau so viel verlangte, wie im Angebot ursprünglich angeboten wurde – natürlich haben wir abgelehnt.
Wir verließen die Vertragsunterzeichnung mit einem ausgesprochen schlechten Gefühl. Rückblickend muss ich feststellen, dass dieser Moment der klare Punkt gewesen wäre, an dem man das gesamte Projekt hätte abbrechen sollen. Insbesondere die zweite Zahlungsvariante stellt aus meiner heutigen Sicht einen gravierenden Fehler dar: Sie entzieht dem Bauherrn jedes effektive Druckmittel und verschiebt das gesamte Risiko auf eine Seite. Der Vertrag als Ganzes ist so gestaltet, dass er der Firma maximale Sicherheit und dem Kunden minimale Kontrolle bietet. Mit dem Wissen von heute hätte ich diesen Vertrag in dieser Form niemals unterschrieben.
4. Planungs- & Genehmigungsphase
Die grundlegende architektonische Planung des Hauses erfolgte durch einen externen Architekten noch vor der Kontaktaufnahme mit verschiedenen Hausbaufirmen. Ziel war es, eine neutrale und vollständige Entwurfsplanung zu besitzen, um unterschiedliche Anbieter auf einer vergleichbaren Grundlage anfragen zu können. Diese Phase verlief unabhängig von der später beauftragten Hausbaufirma und ist daher nicht Gegenstand dieses Erfahrungsberichts.
Relevant wurde die Planung jedoch erneut in der sogenannten Werkplanungsphase, die durch den Bauzeichner der Firma durchgeführt wurde. Im Kern bestand diese Phase darin, die vorhandenen Architektenpläne in die firmeneigenen Ausführungspläne zu übertragen. Sämtliche Zeichnungen mussten von mir als Bauherr geprüft und formell freigegeben werden. Die Abstimmungen erfolgten überwiegend kurzfristig und unter spürbarem Zeitdruck. Die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit der Pläne lag faktisch vollständig beim Kunden.
Ich habe jede Zeichnung, jedes Maß und jede technische Darstellung äußerst sorgfältig geprüft – teilweise bis spät in die Nacht. Trotz meines eigenen technischen Hintergrunds war diese Phase bereits anspruchsvoll und mental belastend. Für einen durchschnittlichen Bauherrn ohne entsprechendes Fachwissen ist eine vollständige inhaltliche Prüfung realistisch betrachtet kaum leistbar. Gleichzeitig ist die Freigabe der Pläne vertraglich zwingend erforderlich und dient offenkundig primär der Absicherung der Firma: Fehler, die später auftreten, lassen sich so formal dem Kunden zuschreiben, da dieser die Pläne „freigegeben“ hat.
Ein besonders prägnantes Beispiel hierfür betrifft die Dachausführung des Carports. In der Werkplanung war das Dach als Flachdach gekennzeichnet. Dies ist mir bei der Prüfung nicht aufgefallen, da die Dachneigung formal korrekt angegeben war und ich aus den ursprünglichen Architektenzeichnungen davon ausging, dass auch hier ein mit Dachpfannen gedecktes Satteldach vorgesehen sei. In der ursprünglichen Planung waren Dachpfannen eingezeichnet. Zu keinem Zeitpunkt wurde ich jedoch aktiv darauf hingewiesen, dass bei der vorgesehenen Dachneigung technisch keine Dachpfannen möglich seien und stattdessen eine Flachdachabdichtung ausgeführt würde. Erst im späteren Bauverlauf wurde das Carport tatsächlich als Flachdach realisiert – eine Bauweise, die ich bewusst vermeiden wollte, insbesondere aus Sorge vor Staunässe und langfristigen Abdichtungsproblemen.
Dieses Beispiel verdeutlicht ein strukturelles Problem: Die Werkplanung wird dem Kunden zur formellen Freigabe vorgelegt, ohne dass zwingend auf inhaltlich kritische Abweichungen oder technische Konsequenzen hingewiesen wird. Die Verantwortung für die fachliche Interpretation liegt damit faktisch beim Bauherrn, obwohl dieser weder der Planer noch der ausführende Fachbetrieb ist.
Abgesehen von diesen inhaltlichen Risiken verlief die Kommunikation mit den operativen Mitarbeitern der Firma in dieser Phase insgesamt reibungslos und zügig. Solange der Kontakt nicht über die Geschäftsführung lief, war der Umgang sachlich, freundlich und lösungsorientiert. In dieser Phase war ich sogar erneut optimistisch und motiviert, da der eigentliche Baustart näher rückte und die Zusammenarbeit auf Arbeitsebene zunächst professionell wirkte.
Der Bauantrag selbst wurde durch den externen Architekten gestellt und verlief unabhängig von der Hausbaufirma, weshalb er hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt wird.
Rückblickend ist die Werkplanungsphase jedoch einer der unterschätztesten Risikobereiche im gesamten Bauprozess. Sie vermittelt dem Bauherrn das Gefühl von Kontrolle und Mitwirkung, verschiebt aber zugleich die fachliche Verantwortung in einem Maße auf den Kunden, das in der Praxis kaum realistisch leistbar ist. Wer hier nicht jedes Detail technisch korrekt interpretiert, trägt am Ende die Konsequenzen – unabhängig davon, ob die Abweichung jemals aktiv kommuniziert wurde.
5. Vorbereiten der Baustelle
Das Bodengutachten für das Grundstück wurde von mir persönlich unmittelbar nach dem Kauf beauftragt, also noch vor der Vertragsunterzeichnung mit der Hausbaufirma. Das Gutachten war unauffällig und bestätigte einen grundsätzlich problemlosen Baugrund. Ich stellte dieses Gutachten der Firma Poggenburg vollständig zur Verfügung. In dieser Hinsicht lagen somit von Beginn an klare und belastbare Grundlagen vor, die keine außergewöhnlichen Maßnahmen oder Mehrkosten erwarten ließen.
Die Erd- und Bodenarbeiten selbst wurden von einem Subunternehmer durchgeführt, der von der Hausbaufirma beauftragt wurde. Bereits in dieser frühen Bauphase traten jedoch erste strukturelle Probleme auf, die rückblickend symptomatisch für den weiteren Verlauf des Projekts waren.
Ein erster Punkt betrifft die formalen Voraussetzungen der Baustelle. Laut Vertrag muss das Grundstück „frei von Störungen“ sein. Herr Poggenburg wies mich ausdrücklich darauf hin, dass das Grundstück vollständig gemäht sein müsse. Aus Sorge, dass mir andernfalls später irgendwelche Mehrkosten oder Verzögerungen angelastet würden, habe ich das Grundstück in Eigenleistung vollständig von Gras und Unkraut befreit – inklusive Einsatz einer Motorsense. Rückblickend mag das banal klingen, es verdeutlicht jedoch bereits hier das Grundgefühl, unter permanenter Beobachtung zu stehen und potenziell für jede Kleinigkeit finanziell belangt werden zu können.
Der deutlich gravierendere Vorfall ereignete sich jedoch im Zusammenhang mit der Herstellung der sogenannten Sandplatte, also der vorbereitenden Schicht für die Bodenplatte. Nachdem der Subunternehmer die Erdarbeiten abgeschlossen hatte und die Firma Poggenburg bereits mit dem Ausheben der Gräben für das Streifenfundament sowie mit dem Einbringen der Bewehrung begonnen hatte, fiel mir bei einem Baustellenbesuch auf, dass die Sandplatte viel zu niedrig ausgeführt worden war. Mit der geplanten Bodenplatte wäre die notwendige Endhöhe des Hauses niemals erreicht worden. Noch problematischer: Das fertige Haus hätte unterhalb des späteren Straßenniveaus gelegen.

Dieser Fehler war von keinem Mitarbeiter der Firma Poggenburg bemerkt worden. Hätte ich in diesem Moment nicht eingegriffen, wäre der Schaden irreparabel und mit enormen finanziellen Konsequenzen verbunden gewesen. Die bereits begonnenen Arbeiten hätten vollständig zurückgebaut und neu ausgeführt werden müssen. Dieses Ereignis war für mich der erste klare Beweis dafür, dass keine effektive Bauleitung und keine fachliche Kontrolle seitens der Firma stattfindet. Offenkundig überprüfte niemand die Arbeiten des Subunternehmers – weder inhaltlich noch geometrisch. Die Verantwortung für elementare bautechnische Grundlagen lag faktisch beim Bauherrn.
Der größte Konflikt in dieser Phase betraf jedoch das Thema Baustraße. Laut Werkvertrag und Bauleistungsbeschreibung ist die Herstellung einer Baustraße – also das Auffüllen und Verdichten der Zufahrt mit RC-Schotter, damit schwere Baufahrzeuge die Baustelle erreichen können – nicht im Leistungsumfang enthalten und ausdrücklich vom Kunden zu organisieren. Im Bauanlaufgespräch, das wenige Tage vor Beginn der Erdarbeiten stattfand, habe ich Herrn Poggenburg klar mitgeteilt, dass mir dieses Thema bewusst ist und ich mich selbst darum kümmern werde.
Entgegen dieser Absprache beauftragte Herr Poggenburg ohne meine Zustimmung den Subunternehmer, die Baustraße herzustellen. Wenige Zeit später erhielten wir kommentarlos eine Mehrkostenrechnung in Höhe von rund 5.000 Euro. In der Bauleistungsbeschreibung ist zwar ein gewisser Umfang an Erdarbeiten im Grundpreis enthalten, alles darüber hinaus wird separat berechnet – und zwar zu äußerst hohen Konditionen. Das ist vertraglich korrekt. Problematisch ist jedoch, dass in diesen Kosten auch die Arbeiten für die Baustraße enthalten waren, obwohl ich diese ausdrücklich selbst hätte organisieren wollen. Mein eigener Lösungsansatz wäre um ein Vielfaches günstiger gewesen.

Ich habe daraufhin direkt beim Subunternehmer nachgefragt, welcher Anteil der Erdbewegungen konkret auf die Baustraße entfiel, und mir die entsprechenden Daten geben lassen. Auf dieser Grundlage konnte ich die exakten Kosten für diesen Teil sauber berechnen. Bis zur Klärung habe ich zunächst nur die Mehrkosten für den Bereich des eigentlichen Wohnhauses beglichen, was aus meiner Sicht sachlich und fair war. Herr Poggenburg jedoch weigerte sich bis zum Schluss, diesen offensichtlichen Fehler einzugestehen, und bestand auf der vollständigen Zahlung. Meine Berechnungen wollte er angeblich nicht nachvollziehen können – obwohl die zugrundeliegenden Zahlen direkt vom eigenen Subunternehmer stammten.
Dieses Verhalten hat das Verhältnis nachhaltig beschädigt. Es entstand zunehmend der Eindruck, dass jede sich bietende Gelegenheit genutzt wird, zusätzliche Kosten zu generieren – insbesondere mit dem Ziel, die aus Sicht der Firma „verlorenen“ Einnahmen aus der Preisverhandlung bei Vertragsunterzeichnung nachträglich wieder hereinzuholen.
Vor Ort waren während dieser Phase ausschließlich die Mitarbeiter der Subunternehmen oder von Poggenburg selbst anzutreffen. Ein Bauleiter oder verantwortlicher Projektkoordinator der Firma Poggenburg war auf der Baustelle faktisch nie präsent. Eine übergeordnete Kontrolle fand nicht statt. Die Koordination, Qualitätsprüfung und letztlich auch die finanzielle Absicherung lagen vollständig beim Kunden.
Spätestens in dieser Phase verfestigte sich bei mir das Gefühl, nicht mehr als Partner in einem Bauprojekt wahrgenommen zu werden, sondern als reine Kostenquelle. Das anfängliche Vertrauen begann deutlich zu bröckeln, und erstmals entstand der Eindruck, systematisch „gemolken“ zu werden – nicht aufgrund objektiver Notwendigkeiten, sondern aufgrund vertraglicher Machtverhältnisse.
6. Bodenplatte
Die Gründung des Hauses erfolgte über eine klassische Bodenplatte mit Streifenfundament. Der grundsätzliche Ablauf der Arbeiten verlief zunächst unspektakulär und ohne größere organisatorische Auffälligkeiten. Rein oberflächlich betrachtet hätte man an dieser Stelle den Eindruck gewinnen können, dass diese Bauphase „ordnungsgemäß“ abgewickelt wurde. Bei näherer Betrachtung traten jedoch erneut strukturelle Probleme zutage – sowohl finanzieller als auch technischer Natur.
Ein erstes Thema, das bereits vor dem eigentlichen Guss der Bodenplatte relevant wurde, betraf die Auswahl und Beschaffung der Klinker. Laut Bauleistungsbeschreibung ist vertraglich ein Klinkerpreis von 950 € pro 1.000 Steine inkludiert. Alles, was diesen Betrag überschreitet, wird dem Kunden als Mehrkosten in Rechnung gestellt. Um unnötige Zusatzkosten zu vermeiden, hatten wir uns frühzeitig beim Baustoffhändler informiert und konkrete Preise eingeholt. Der von uns favorisierte Klinker hätte uns dort als Privatkunden 1.000 € pro 1.000 Steine (brutto) gekostet – also nur geringfügig über dem vertraglichen Basispreis.
Herr Poggenburg berechnete uns exakt diesen Stein jedoch mit 1.240 € pro 1.000 Steine. Warum hier ein Aufschlag von 240 € erfolgt, erschließt sich mir bis heute nicht. Als Gewerbekunde erhält die Firma Poggenburg den Klinker nachweislich zu deutlich besseren Konditionen als ein Privatkunde. Der Mehrpreis ist daher nicht durch Einkaufskosten erklärbar, sondern stellt faktisch eine zusätzliche Marge dar. Die Klinker, die tatsächlich im Basispreis enthalten gewesen wären, hatten hingegen eher den Charakter von industriellen Zwecksteinen, die optisch kaum zu einem modernen Wohnhaus passen.
Hinzu kam eine weitere, völlig unnötige Eskalation: Obwohl wir uns bereits lange vor Baubeginn auf einen konkreten Klinker festgelegt hatten, wollte Herr Poggenburg die Steine erst an einem Donnerstag bestellen – für den Einsatz am darauffolgenden Montag bzw. Dienstag als Schalung für die Bodenplatte. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns mitgeteilt, dass unser ursprünglich gewählter Klinker inzwischen nicht mehr produziert werde. Die Konsequenz: Wir hatten faktisch einen einzigen Tag Zeit, um eine neue Klinkerentscheidung zu treffen, für die wir ursprünglich mehrere Monate gebraucht hatten. Am Freitag fuhren wir unter massivem Zeitdruck zu verschiedenen Baustoffhändlern und diverse Baugebiete und entschieden uns letztlich nahezu blind für eine alternative Variante – nicht aus Überzeugung, sondern aus Erschöpfung und dem Gefühl, keine realistische Wahl mehr zu haben. Dass eine derart zentrale gestalterische Entscheidung durch rein organisatorische Versäumnisse der Baufirma derart eskaliert, spricht für sich.
Der technisch gravierendste Punkt dieser Bauphase betrifft jedoch den eigentlichen Guss der Bodenplatte. Diese wurde an einem Freitag gegossen – an einem der heißesten Tage des gesamten Jahres, mit extremer Hitze und starkem Wind, der auch über das gesamte Wochenende anhielt. Der Bauleiter rief mich mittags an und teilte mir lediglich mit, dass die Bodenplatte gegossen werde und ich „am Wochenende ein- oder zweimal mit dem Wasserschlauch drübergehen“ solle.
Dieses Vorgehen steht in klarem Widerspruch zu den anerkannten Regeln der Technik und den einschlägigen DIN-Normen zur Nachbehandlung von Beton. Bei hohen Temperaturen in Kombination mit Wind hätte die Bodenplatte kontinuierlich feucht gehalten und zwingend mit Folie abgedeckt werden müssen, um ein zu schnelles Austrocknen und damit Rissbildung zu verhindern. Tatsächlich wurde keinerlei professionelle Nachbehandlung durchgeführt.
Als ich am selben Abend zur Baustelle kam, waren bereits deutliche Risse in der Bodenplatte sichtbar. Zu diesem Zeitpunkt war es faktisch zu spät, um den Schaden noch zu verhindern. Für einen Laien ist eine solche Situation kaum einschätzbar – umso problematischer ist es, wenn selbst die ausführende Firma grundlegende bautechnische Standards entweder nicht kennt oder bewusst ignoriert.

Meine Hinweise auf die Rissbildung wurden nicht ernsthaft aufgegriffen und mit der pauschalen Aussage abgetan, dies sei „normal“ und kein Grund zur Sorge. Mein Vorschlag, die Risse zumindest mit Epoxidharz zu verpressen, um eine dauerhafte Abdichtung und strukturelle Sicherheit herzustellen, wurde ignoriert. Eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Problem fand nicht statt.
Ergänzend dazu fiel auf, dass auch in anderen Details veraltete Ausführungsstandards angewendet wurden. So wurden beispielsweise die KG-Rohre in der Bodenplatte ohne Mauerkragen eingesetzt – eine Methode, die heute aus gutem Grund als überholt gilt und das Risiko von Undichtigkeiten deutlich erhöht.
Besonders bezeichnend war schließlich auch der Umgang mit der Abrechnung: Die Abschlagsrechnung für die Bodenplatte wurde per E-Mail versendet, noch bevor die Arbeiten vollständig abgeschlossen waren, mit einem Zahlungsziel von lediglich sieben Tagen. Eine sachliche Prüfung, eine vollständige Begehung oder eine Mängelbewertung waren in diesem Zeitraum faktisch unmöglich. Der Zahlungsdruck stand damit erneut im Vordergrund – nicht die Qualitätssicherung.
Spätestens in dieser Phase begann mein Vertrauen in die fachliche Kompetenz der Firma ernsthaft zu erodieren. Wenn selbst elementare Normen zur Betonnachbehandlung nicht eingehalten oder nicht einmal thematisiert werden, stellt sich zwangsläufig die Frage, auf welcher technischen Grundlage hier insgesamt gearbeitet wird. Die Bodenplatte ist das Fundament des gesamten Hauses – physisch wie symbolisch. Dass bereits an dieser Stelle so grundlegende Standards missachtet wurden, ist rückblickend eines der alarmierendsten Signale im gesamten Bauprozess.
7. Errichtung des Hauses – Rohbau
Zum Rohbau zähle ich in meinem Fall folgende Leistungen: das Liefern und Stellen der im Werk vorproduzierten Wandelemente, die Erstellung und Eindeckung des Dachstuhls (beides durch Poggenburg selbst), das Mauern der Klinkerfassade (Subunternehmen), der Einbau der Fenster und Außentüren (ebenfalls Subunternehmen), die Rohinstallation von Sanitär und Heizung (Subunternehmen) sowie die Elektroinstallation, die ich in Eigenleistung erbracht habe.

Rein handwerklich betrachtet war der Ablauf in weiten Teilen zunächst unauffällig. Die beteiligten Subunternehmer, insbesondere die Maurer, haben ihre Arbeit ordentlich ausgeführt. Auch der Fenstereinbau verlief technisch gesehen problemlos. Dennoch wurde mir bereits in dieser Phase zunehmend bewusst, dass zwischen handwerklicher Ausführung und professioneller Bauorganisation ein erheblicher Unterschied besteht.
Was mich von Beginn an irritierte, war das Arbeitstempo. Gerade in den Sommermonaten, wenn die Tage lang sind und das Ziel eigentlich sein sollte, das Gebäude möglichst schnell wetterdicht zu bekommen, hätte ich eine gewisse Dynamik erwartet. Stattdessen herrschten äußerst „komfortable“ Arbeitszeiten: Feierabend regelmäßig um Punkt 15:15 Uhr, faktisch oft noch früher. Nicht selten saßen die Mitarbeiter bereits die letzte halbe Stunde im Auto und warteten nur darauf, dass sie offiziell losfahren durften.
Laut öffentlichen Mitarbeiterbewertungen werden die Firmenfahrzeuge per GPS überwacht, was offenbar dazu führt, dass exakt auf die Minute auf den Feierabend geachtet wird. Produktiv im Sinne eines straffen Bauzeitenmanagements ist das nicht. Auch die Pausenzeiten wirkten ausgesprochen großzügig. Für ein Projekt dieser Größenordnung und Komplexität empfand ich diese Arbeitsorganisation als überraschend ambitionslos.
Ein zentrales Problem dieser Phase – und ein Muster, das sich durch das gesamte Bauvorhaben ziehen sollte – war das vollständige Fehlen einer sichtbaren Bauleitung. Ich war selbst nahezu täglich auf der Baustelle anwesend, nicht zuletzt, weil ich Eigenleistungen erbrachte. In dieser gesamten Zeit habe ich kein einziges Mal einen Bauleiter von Poggenburg auf der Baustelle angetroffen.
Kontrolle, Koordination, Qualitätssicherung – all das fand praktisch nicht statt. Die Verantwortung für das Erkennen von Problemen lag de facto beim Bauherrn. Wer nicht selbst regelmäßig vor Ort ist, ist auf dieser Baustelle vollkommen auf sich allein gestellt.
Aufgrund dieses Eindrucks habe ich mich entschlossen, einen unabhängigen Bausachverständigen mit einer Rohbaukontrolle zu beauftragen. Eine aus meiner Sicht vollkommen normale und vernünftige Maßnahme bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung.
Die Reaktion von Herrn Poggenburg darauf war allerdings bezeichnend: Er war sichtlich verärgert, warf mir vor, ich würde der Firma nicht vertrauen, und erklärte mir, ich solle das Geld lieber „sinnvoller“ ausgeben. Zudem hätte ich ihn vorher informieren sollen, welchen Gutachter ich beauftrage, damit er sich im Vorfeld mit diesem abstimmen könne.
Ein solches Verhalten ist aus meiner Sicht hochproblematisch. Ein Unternehmen, das professionell arbeitet und von der eigenen Qualität überzeugt ist, sollte einem externen Gutachter gelassen entgegensehen – nicht ihn als Misstrauensvotum interpretieren.
Der Gutachter fand mehrere Mängel, unter anderem schiefe Wände und Ausführungsdetails, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entsprachen. Besonders bemerkenswert: Am Dach fehlten sogenannte Insektenschutzkämme – Bauteile, die wenige Euro kosten, aber verhindern, dass Vögel und Insekten in die Dachkonstruktion eindringen. Der Gutachter gab an, so etwas in dieser Form noch nie gesehen zu haben.
Die Reaktion von Poggenburg: praktisch keine. Die meisten Mängel wurden nicht behoben, es gab keine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Feststellungen. Weder Geschäftsführung noch Bauleitung zeigten erkennbares Interesse.
Auch hier wieder das Muster: Es wird exakt das umgesetzt, was irgendwo minimal vertraglich festgeschrieben ist – nicht mehr. Qualität im Sinne eines soliden, langlebigen Bauwerks scheint kein eigenständiges Ziel zu sein.
Ein besonders kritisches Ereignis ereignete sich noch vor dem Mauern der Klinkerfassade. Bei einem Herbststurm klappte ein Teil der Unterspannbahn weg, sodass Schlagregen ungehindert in die Dämmung eindringen konnte. Die Dämmung war in der Folge vollständig durchnässt – ein Worst-Case-Szenario bei einem Holzrahmenbau.

Ich habe an einem Samstagabend gegen 20 Uhr den, laut Papier zuständigen Bauleiter, Herrn Poggenburg Junior telefonisch informiert. Seine Reaktion war erschreckend gleichgültig. Sinngemäß fragte er, was er jetzt tun solle – er werde jetzt sicher nicht rausfahren, ich solle Bilder schicken, man schaue sich das am Montag an. Wie gut das klappt, hat sich gezeigt: Meine E-Mail mit den Bildern wurde laut Lesebestätigung übrigens erst über ein Jahr später geöffnet.
Ich selbst habe an diesem Wochenende alles in meiner Macht Stehende getan, um weiteren Schaden zu begrenzen. Von Seiten der Firma kam keinerlei sofortige Maßnahme, keine Notabdichtung, kein Krisenmanagement. Für mich war das ein Schlüsselmoment: In dem Moment, in dem es wirklich kritisch wird, ist man als Bauherr allein.
Etwa zur Hälfte der Rohbauphase kam es zu einem persönlichen Gespräch mit Herrn Poggenburg Senior. Dieses Gespräch bestand im Wesentlichen aus einem längeren Monolog, in dem mir vorgehalten wurde, was ich angeblich alles falsch mache und dass man „so nicht mit mir zusammenarbeiten könne“. Tonfall: herablassend, belehrend, teilweise offen hochnäsig.
Inhaltlich ging es unter anderem um drei Punkte:
- Die weiterhin ungelöste Problematik der Baustraße, bei der er bis zuletzt nicht bereit war, meine Berechnungen oder Argumente nachzuvollziehen.
- Die Tatsache, dass ich seinen Sohn wegen des Sturmschadens am Wochenende kontaktiert hatte – was als unangebracht dargestellt wurde.
- Die Beauftragung eines unabhängigen Gutachters, die erneut als Ausdruck mangelnden Vertrauens gewertet wurde.
Auffällig war vor allem eines: keinerlei Einsicht. Kein Moment des Innehaltens, kein „das hätten wir besser lösen können“, kein Ansatz von Selbstkritik. Stattdessen durchgehend Schuldumkehr.
Rückblickend lässt sich diese Phase so zusammenfassen:
Das handwerkliche Niveau einzelner Gewerke war akzeptabel. Was jedoch nahezu vollständig fehlte, war professionelle Bauleitung, Qualitätskontrolle und Verantwortungsübernahme durch die Hausbaufirma selbst.
Spätestens im Rohbau wurde mir klar, dass Poggenburg zwar Häuser baut – aber keine Bauprojekte führt. Wer hier nicht selbst täglich kontrolliert, dokumentiert, nachfragt und im Zweifel eskaliert, geht ein erhebliches Risiko ein. Das eigentliche Problem war nicht das einzelne Bauteil, sondern das System dahinter.
8. Innenausbau & Haustechnik
Zum Innenausbau zählten in meinem Bauvorhaben unter anderem folgende Gewerke: die Estricharbeiten (Subunternehmen), der Trockenbau mit Dämmung der Innenwände sowie Beplankung mit OSB und Gipskarton (Poggenburg), die Heizungs- und Lüftungsinstallation (Subunternehmen), die Sanitär-Endmontage (Subunternehmen), die Treppe (Subunternehmen), die Innenfensterbänke und Innentüren (Poggenburg). Fußbodenbeläge, Elektrik, Malerarbeiten und Teile der Fliesenarbeiten wurden in Eigenleistung beziehungsweise eigenständig vergeben.
Bereits in dieser Aufzählung zeigt sich ein grundlegendes Strukturproblem: Der Großteil der technisch relevanten Arbeiten wird von Subunternehmern ausgeführt. Die Rolle von Poggenburg beschränkt sich faktisch auf Koordination – oder genauer gesagt: auf das Weiterreichen von Aufträgen. Genau hier wäre jedoch eine professionelle Bauleitung zwingend notwendig gewesen.
Der Zeitplan wurde in dieser Phase nur bedingt eingehalten. Es kam zu mehreren Verzögerungen, teils durch Eigenleistungen, teils durch die beteiligten Firmen. Auffällig war erneut, dass Poggenburg meist nur mit zwei eigenen Mitarbeitern vor Ort war, die sehr gemächlich arbeiteten. Eine erkennbare Priorisierung, Taktung der Gewerke oder ein spürbarer Wille, den Bau zügig voranzubringen, war nicht erkennbar.
Der Innenausbau ist eine Phase, in der saubere Koordination besonders wichtig ist: Estrich, Trocknungszeiten, Haustechnik, Trockenbau, Folgegewerke – all das muss ineinandergreifen. In der Praxis hatte ich jedoch eher den Eindruck eines „Nebenherlaufens“ statt einer aktiven Steuerung.
Besonders deutlich wurde das strukturelle Problem am Beispiel des Estrichs. Dieser war nach Fertigstellung sichtbar krumm und schief. Eine Abweichung, die nicht nur optisch relevant ist, sondern massive Auswirkungen auf alle Folgegewerke hat: Bodenbeläge, Türen, Küchenplanung, Einbaumöbel.

Die Reaktion von Poggenburg: sinngemäß solle ich mich selbst darum kümmern und die Mängel direkt mit dem Subunternehmer klären. Die Bauleitung sehe sich hier nicht in der Verantwortung.
Aus meiner Sicht ist das der Kern des Problems:
Ich habe keinen Vertrag mit dem Estrichleger geschlossen, sondern mit Poggenburg. Es ist nicht meine Aufgabe als Bauherr, die Qualität von Subunternehmern zu kontrollieren, Normen zu bewerten und technische Diskussionen zu führen. Genau dafür existiert eigentlich eine Bauleitung. Dafür baut man „schlüsselfertig“.
Das Gespräch mit dem Mitarbeiter der Estrichfirma war dann fast schon absurd: Ich kam eine Minute später auf der Baustelle an als er, sah noch, wie er ausstieg und ins Haus ging. Später behauptete er, er habe sich bereits alles angesehen und es sei in Ordnung. Objektiv war das unmöglich. Es war eine glatte Lüge – und Poggenburg interessierte das nicht weiter.
Ein weiterer zentraler Punkt dieser Phase betrifft erneut das Thema Mehrkosten. Bereits zu Beginn der Bauphase hatte ich Poggenburg mitgeteilt, welche Bodenbeläge ich plane und welche Aufbauhöhen diese haben. Unabhängig davon, dass man solche Details zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht seriös festlegen kann, hatten wir bereits konkrete Materialien ausgewählt.
Kurz vor dem Estrich erhielt ich dann kommentarlos per E-Mail ein Angebot über Mehrkosten: In den Bereichen mit Vinylboden solle der Estrich höher ausgeführt werden als in den Bereichen mit Fliesen, um später eine einheitliche Oberkante der Bodenbeläge zu erreichen. Pro Millimeter Höhenunterschied wurden mir rund 100 Euro angeboten.
Meine erste Frage war schlicht: Warum wird so etwas nicht von Anfang an kommuniziert? In der Bauleistungsbeschreibung fand sich dazu kein klarer Hinweis. Die Antwort von Poggenburg lautete, man hätte „davon ausgehen müssen“, dass hier Mehrkosten entstehen.
Gleichzeitig wurde mir erklärt, dass es angeblich technisch nicht möglich sei, den Estrich in den Fliesenbereichen einfach niedriger auszuführen – eine Begründung, die mir bis heute niemand schlüssig erklären konnte. Wieder einmal hatte ich den Eindruck, dass nachträglich Argumente konstruiert werden, um zusätzliche Rechnungen zu legitimieren.
Ich habe diese Mehrkosten letztlich nicht akzeptiert und die Höhenunterschiede in Kauf genommen – nicht, weil ich das fachlich für sinnvoll hielt, sondern weil ich der Firma schlicht kein weiteres Geld mehr geben wollte.
Formal war Poggenburg während dieser Phase gut erreichbar: per E-Mail, telefonisch, über die vor Ort tätigen Mitarbeiter. In der Praxis beschränkte sich die Kommunikation jedoch auf Reaktionen, nicht auf aktive Steuerung. Entscheidungen wurden nicht vorbereitet, Probleme nicht antizipiert, sondern stets erst dann thematisiert, wenn sie bereits entstanden waren – oft verbunden mit zusätzlichen Kosten oder Aufwand. Viele Entscheidungen und Probleme habe ich direkt mit den jeweiligen Subunternehmen diskutiert.
Eine Bauleitung, die sich nur aus der Distanz informiert und nicht selbst regelmäßig vor Ort kontrolliert, erfüllt aus meiner Sicht ihren Zweck nicht.
In dieser Bauphase war ich vor allem eines: müde. Müde vom ständigen Nachfragen, vom Hinterherlaufen, vom Diskutieren, vom Gefühl, permanent gegen die gleiche Wand zu reden. Die Muster hatten sich längst etabliert: minimale Leistungen, maximale Verlagerung von Verantwortung auf den Bauherrn, systematische Nachträge und eine Bauleitung, die faktisch nicht existierte.
Der Innenausbau hätte die Phase sein können, in der sich das Projekt stabilisiert. Stattdessen wurde er für mich endgültig zu dem Punkt, an dem Frust und Erschöpfung die anfängliche Motivation vollständig abgelöst haben.
9. Kommunikation & Projektmanagement
Die Kommunikation mit Poggenburg während der gesamten Bauzeit war zwiegespalten: Auf der einen Seite erfolgten Antworten auf Anfragen recht zügig, auf der anderen Seite gestaltete sich die Interaktion insbesondere mit Herrn Poggenburg Senior äußerst schwierig. E-Mails und Nachrichten wiesen häufig einen aggressiven Unterton auf, wobei der Tonfall stets auf Konfrontation ausgerichtet wirkte. Regelmäßig wurden übermäßige Ausrufezeichen verwendet, die den Eindruck verstärkten, dass jede Nachfrage als Angriff wahrgenommen wurde. Man war immer froh, wenn man Angelegenheiten mit anderen Mitarbeitern klären konnte und nicht mit Herrn Poggenburg kommunizieren musste.
Vor Ort waren praktisch nur die Mitarbeiter der Firma präsent. Der formale Bauleiter, Herr Poggenburg Junior, hatte keinen direkten Kontakt mit uns, und der zweite Bauleiter der Firma fungierte zwar als Ansprechpartner, war jedoch ebenfalls nur sporadisch verfügbar. Es gab keine regelmäßigen Termine oder Meetings, die Fortschritte strukturiert besprachen. Formal war die Erreichbarkeit der Geschäftsführung zwar gegeben, inhaltlich half sie jedoch nur bedingt, da Kritik oder Anfragen stets abgewiegelt wurden.
Ein wiederkehrendes Muster war die persönliche Reaktion von Herrn Poggenburg auf jede Form von Rückfrage oder Mängelmeldung: Fehler wurden niemals eingestanden, stattdessen wurden stets andere verantwortlich gemacht – häufig der Kunde. Selbst normale, sachliche Nachfragen wurden interpretiert als Versuch, ihn anzugreifen oder zu untergraben. Dabei zeigte sich eine klare Haltung: Verantwortungsübernahme oder Einsicht waren nicht vorgesehen.
Der Stil der Kommunikation war insgesamt herablassend. Entscheidungen wurden mit dem Hinweis auf vermeintliche Fachkompetenz von oben getroffen, und jeglicher Widerspruch wurde als unangebracht angesehen. Gleichzeitig wurde auf mehreren Ebenen Druck aufgebaut, insbesondere im Zusammenhang mit Zahlungsaufforderungen, Terminverschiebungen und der Abnahme. Ein konstruktives Konfliktmanagement fand praktisch nicht statt.
Aus meiner Sicht war die Kommunikation während des gesamten Bauprojekts einer der größten kritischen Punkte. Herr Poggenburg selbst stellte ein permanentes Hindernis dar, das weder konstruktive Beratung noch lösungsorientierte Steuerung zuließ. Ohne die initialen Kontakte über den Vertriebler wäre das Projekt wahrscheinlich in noch größerem Maße gefährdet gewesen. Positive Aspekte der Kommunikation waren praktisch nicht vorhanden; die gesamte Projektsteuerung war stark geprägt von Misstrauen, fehlender Einsicht und systematischer Verantwortungsverschiebung auf den Bauherrn.
In Summe zeigte sich ein klares Muster: Die operative Bauleitung war de facto nicht vorhanden, die Verantwortung wurde auf den Kunden verlagert, und die Kommunikation mit der Geschäftsführung erschwerte jede zielführende Problemlösung. Dieses Kapitel verdeutlicht, dass nicht einzelne Mängel oder Verzögerungen das Kernproblem waren, sondern die systematische Art und Weise, wie das Projekt gesteuert und kommuniziert wurde.
Zum Thema Projektmanagement ist noch erwähnenswert, dass es keinen „richtigen“ Terminplan gibt. Lediglich ein PDF, das die Kalenderwochen angibt, in denen die jeweiligen Gewerke starten, wird angegeben. Von einem Gantt-Diagramm hat dort wohl noch niemand gehört. So können Abhängigkeiten zwischen den Gewerken auch nicht nachvollziehbar visualisiert werden. Insbesondere wenn viel Eigenleistung eingebracht wird, ist dies unabdingbar.
10. Bauschlichtungsverfahren vor Gericht
Ein zentraler Konfliktpunkt während unserer Bauphase war die Baustraße, die ohne unsere Zustimmung vom Subunternehmer errichtet und anschließend mit hohen Nachforderungen in Rechnung gestellt wurde. Die Auseinandersetzung darüber führte schließlich zu einem Bauschlichtungsverfahren, das etwa in der Mitte der Bauphase stattfand.
Anwesend waren Herr Poggenburg Senior, ich selbst sowie ein Bauschlichter – ein ehemaliger Richter. Das Verfahren sollte klären, wie mit den streitigen Kosten für die Baustraße umzugehen ist, ohne dass sofort ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden musste.
Während des Verfahrens wiederholte Herr Poggenburg Senior seine bekannte Linie: Er könne meine Berechnungen nicht nachvollziehen und habe keinerlei Fehler gemacht. Alle Vorwürfe wiesen seiner Meinung nach zurück auf den Bauherrn. Der Schlichter hörte sich die Argumente beider Seiten aufmerksam an und prüfte die zugrunde liegenden Fakten.
Nach langen Diskussionen einigten wir uns schließlich auf einen Vergleich. Ich musste zwar immer noch mehr zahlen, als wenn ich die Baustraße selbst errichtet hätte, jedoch deutlich weniger, als Herr Poggenburg ursprünglich in Rechnung gestellt hatte. Ein bemerkenswerter Fakt: Der anwesende Richter erwähnte, dass er Herrn Poggenburg bereits aus mehreren früheren Bauschlichtungsverfahren kenne. Dieses Detail spricht Bände über wiederkehrende Konflikte zwischen Bauherrn und der Firma Poggenburg.
Das Bauschlichtungsverfahren zeigt exemplarisch, wie Konflikte bei Poggenburg gehandhabt werden: Die Firma setzt auf Widerstand und Pokern, in der Hoffnung, dass Bauherren einknicken. Gleichzeitig ist es positiv, dass vertraglich geregelt ist, zunächst ein Schlichtungsverfahren anzustreben, bevor rechtliche Schritte nötig werden. Für zukünftige Bauherren liefert dieser Fall eine klare Lehre: Eigeninitiative, sorgfältige Dokumentation und sachliche Argumentation sind essenziell, um unnötige Kosten zu vermeiden oder zu reduzieren.
Insgesamt verdeutlicht das Verfahren das wiederkehrende Muster: Poggenburg verschiebt Verantwortung, interpretiert Verträge zu seinen Gunsten und setzt auf Verhandlungstaktiken, die für den Bauherrn belastend sind. Wer sich auf ein Bauprojekt mit dieser Firma einlässt, sollte sich dieser Dynamik bewusst sein und frühzeitig Maßnahmen zur Absicherung ergreifen.
11. Bauabnahme
Die offizielle Hausübergabe fand mit dem zuständigen Bauleiter von Poggenburg statt. Es gab ein vorbereitetes Übergabeprotokoll, dessen Umfang und Qualität mich ehrlich gesagt erstaunt haben: Die Vorlage wirkte eher wie ein rudimentäres Formular, das in wenigen Minuten ausgefüllt werden sollte. Die Mängel wurden handschriftlich notiert, systematische Prüfpunkte oder eine strukturierte Checkliste fehlten vollständig.
Die Stimmung während der Übergabe war sachlich und insgesamt unauffällig. Der Bauleiter verhielt sich kooperativ, die offensichtlichen Mängel wurden aufgenommen und protokolliert. Rein formal war die Übergabe damit erledigt – inhaltlich blieb jedoch ein deutliches Gefühl von Unvollständigkeit.
Kurz vor der Hausübergabe trat ein Mangel zutage, der aus meiner Sicht besonders schwer wiegt: Beim Einbau der Abwasserleitungen fiel auf, dass Poggenburg diese unter dem Streifenfundament zu tief verlegt hatte. In der Folge hätte ich nicht einmal annähernd das erforderliche Gefälle bis zum öffentlichen Abwasserkanal herstellen können.
Die Reaktion von Herrn Poggenburg Senior war wieder einmal typisch: Kein Fehler bei ihm, stattdessen sei der Abwasserkanal der Samtgemeinde „ungewöhnlich hoch“. Normalerweise seien diese deutlich tiefer.
Meine Sicht darauf ist eine andere: Die Lage des Kanals ist bekannt, ebenso die Distanz zum Haus. Es wäre Aufgabe der Baufirma gewesen, diese Parameter vorab zu prüfen und die Höhen entsprechend zu planen. Stattdessen wurde offenbar nach Schema F gebaut – ohne projektspezifische Kontrolle.
Die Konsequenz: Das Streifenfundament musste nachträglich aufgestemmt werden, Teile der Sandplatte entfernt und das Abwasserrohr höher gesetzt werden. Diese Arbeiten wurden zwar von Poggenburg ausgeführt, dennoch bleibt ein ungutes Gefühl. Solche Eingriffe in tragende Bauteile nachträglich vorzunehmen, ist aus Bauherrensicht alles andere als vertrauensbildend.
Ich habe versucht, mit Herrn Poggenburg zu verhandeln, dass die Firma im Gegenzug wenigstens die Abwasserleitungen vollständig ausführt. Selbst das wurde abgelehnt. Stattdessen wollte er mir diese Leistung zusätzlich in Rechnung stellen – rund 350 Euro. Auch hier also: selbst bei einem klaren Planungsfehler kein Entgegenkommen, sondern der Versuch, noch zusätzliche Kosten zu generieren.
Da wir viele Gewerke selbst ausgeführt oder eigenständig vergeben hatten, betrafen die meisten Mängel Leistungen, die Poggenburg direkt erbracht hatte. Besonders auffällig waren die Innentüren: Die Abstände zwischen Türzarge und Boden waren teilweise mehrere Zentimeter groß, zudem entstanden aufgrund schiefer Wände deutliche Spalte zwischen Zarge und Wand.



Bemerkenswert ist, dass diese Arbeiten von einem Tischlermeister ausgeführt wurden. Nach meiner Reklamation mussten mehrere Türen vollständig ausgebaut und neu montiert werden. Trotzdem schließen bis heute einige Türen nicht sauber.
Nach der Übergabe fiel zudem ein weiterer Punkt auf, der sich nicht mehr beheben lässt: Die vereinbarte Höhe des Hauses. Vertraglich festgelegt waren 45 cm Oberkante Fertigfußboden über der zukünftigen Straßenhöhe. Tatsächlich beträgt die Höhe jedoch nur etwa 37 cm – eine erhebliche Abweichung.
Poggenburg hat nachgemessen, konnte die Abweichung angeblich nicht nachvollziehen und verwendete dabei Messmethoden, die eher an historische Baupraxis erinnerten als an moderne Vermessung. Einen wackeligen Zollstock halten und dann den Empfänger des Rotationslasers danebenhalten ist keine valide Messmethode – von einer Nevellierlatte hat dort wohl noch niemand gehört. Seitdem habe ich zu diesem Thema nichts mehr gehört. Eine Nachbesserung ist faktisch ohnehin unmöglich.
Der Bauleiter hat die protokollierten Mängel aufgenommen und es wurde versucht, diese zeitnah zu beheben. In einzelnen Fällen geschah das auch. Die Qualität der Nachbesserungen war jedoch durchwachsen und erneut stark vom jeweiligen Subunternehmer abhängig.
Was allerdings unverändert galt: Die Schlussrate musste bereits vor der Übergabe vollständig bezahlt werden. Herr Poggenburg hat sehr deutlich gemacht, dass ohne Zahlung keine weiteren Arbeiten erfolgen würden. Damit war das Machtverhältnis klar: Der Bauherr hat zu diesem Zeitpunkt keinerlei Druckmittel mehr.
Formell war die Hausübergabe korrekt abgewickelt. Inhaltlich war sie für mich jedoch der endgültige Beweis dafür, wie dieses Bauprojekt strukturell funktioniert hat: minimale Dokumentation, fehlende systematische Kontrolle, Planungsfehler ohne echte Verantwortungsübernahme und ein Zahlungsmodell, das die Risiken fast vollständig auf den Bauherrn verlagert.
Am Ende überwog bei mir kein Gefühl von Stolz oder Zufriedenheit, sondern vor allem Erleichterung – dass dieses Projekt abgeschlossen ist und ich mit dieser Firma nicht mehr zusammenarbeiten muss. Gleichzeitig bleibt eine deutliche Wut darüber, wie viele Probleme vermeidbar gewesen wären, wenn Professionalität, Sorgfalt und echte Bauleitung nicht nur Schlagworte, sondern gelebte Praxis gewesen wären.
12. Fazit
Rückblickend auf unser erstes Bauprojekt mit Poggenburg Holzbau bleibt ein klarer Eindruck: Die Zusammenarbeit war geprägt von systematischen Problemen, fehlender Transparenz und einem deutlichen Machtgefälle zwischen Bauherr und Firma.
Positiv zu vermerken ist, dass einige Abläufe formal korrekt verliefen: Angebote lagen vor, und die Hausübergabe fand offiziell statt. Doch selbst in diesen Momenten zeigte sich, dass die Firma ihre Verantwortung nur minimal wahrnimmt und alle Risiken auf den Bauherrn überträgt.
Die zentralen Erfahrungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Kommunikation und Projektmanagement
Jegliche Rückfragen, Mängelmeldungen oder konstruktive Kritik stießen auf Widerstand. Fehler wurden nie eingestanden, Schuld wurde konsequent verschoben, oft auf uns als Bauherren. Der formale Bauleiter war kaum präsent, die Geschäftsführung reagierte herablassend und unter Druck setzend. Dieses Kommunikationsmuster führte zu Frust, Unsicherheit und zusätzlichem Aufwand auf unserer Seite. - Planung und Bauausführung
Viele Arbeitsschritte wurden nur oberflächlich geprüft, Fehler oder fehlende Abstimmungen hatten weitreichende Folgen (z. B. Abwasserleitungen, Estrich, Türen, Dach). Eigeninitiative war notwendig, um größere Schäden zu verhindern. Die Bauleitung seitens Poggenburg war faktisch nicht vorhanden – Verantwortung lag nahezu vollständig beim Bauherrn. - Kosten und Nachträge
Die Firma nutzte jede Gelegenheit, Kosten auf uns zu verlagern. Nachträge und Mehrkosten wurden häufig kurzfristig oder ohne nachvollziehbare Begründung in Rechnung gestellt, Druck wurde aufgebaut und der Handlungsspielraum des Bauherrn stark eingeschränkt. Das Bauschlichtungsverfahren zeigt exemplarisch, dass Konflikte mit Poggenburg strategisch ausgetragen werden – auf Kosten der Bauherren. - Fazit für Bauherren
Basierend auf unseren Erfahrungen kann ich nur dringend warnen: Wer mit Poggenburg Holzbau zusammenarbeitet, sollte sich der systematischen Probleme bewusst sein. Jede Entscheidung, jeder Meilenstein und jede Freigabe muss doppelt geprüft werden. Vertrauen, wie es die Firma propagiert, wird nicht gelebt. Eigenkontrolle, Dokumentation und gegebenenfalls externe Gutachter sind unverzichtbar.
Abschließend bleibt festzuhalten: Unser Bauvorhaben konnte zwar abgeschlossen werden, doch die Erfahrungen zeigen ein Muster, das für zukünftige Bauherren höchst problematisch ist. Die zentrale Lehre lautet: Die Firma agiert primär zu ihrem eigenen Vorteil, und der Kunde trägt nahezu alle Risiken – sowohl fachlich als auch finanziell. Wer sich auf ein Projekt mit Poggenburg einlässt, sollte dies nur mit äußerster Vorsicht und umfassender Vorbereitung tun. Am besten aber einen großen Bogen um diese Firma machen. Insbesondere wenn man plant, einige Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen, dann kann man die Projektierung besser selber machen und somit sehr viel Geld sparen. Zimmerei-Betriebe gibt es wie Sand am Meer und viele bieten auch Holzrahmenbau an. Da die Fenster bei Häusern von Poggenburg ohnehin erst auf der Baustelle eingebaut werden und nicht im Werk, ist der große Vorteil vom Fertighaus letztlich nicht gegeben.

